Tagung: Digitale barrierefreie Kommunikation

Am 2. Juni 2025 fand die Tagung
im Haus St. Ulrich in Augsburg statt.
Wollen Sie mehr über die Tagung
"Digitale barrierefreie Kommunikation" erfahren?
Dann hören Sie sich unseren Tagungs-Bericht
in Leichter Sprache an.
Tagungs-Bericht in Leichter Sprache als Ton-Aufnahme
Gäste: Lilith Fendt, Maria Hütter-Songailo, Irina Kuster, Siegfried Meier, Claudia Sophia Göppert
Sprecherinnen: Lisa Schiedermaier, Ina Jacobs
Transkription
Lisa Schiedermaier und Ina Jacobs (Intro-Zitat mit Musikuntermalung)
Hallo, ich bin Lisa Schiedermaier.
Hallo, ich bin Ina Jacobs.
Und wir sind von der CAB Caritas.
Am 2. Juni 2025 hat unsere Tagung „Digitale barrierefreie Kommunikation“ im Haus St. Ulrich in Augsburg stattgefunden.
Wir haben die Tagung zusammen moderiert.
Und heute erzählen wir euch in möglichst Leichter Sprache
was bei der Tagung alles so los war.
Viel Spaß.
Die Tagung fand unter dem Motto „Macht es Klick?“ statt.
Die Tagung war von der Beratungsstelle Barrierefreiheit.
Die Beratungsstelle Barrierefreiheit bietet kostenlose Beratungen zu den Themen Bauen und Planen, Digitale Barrierefreiheit und barrierefreie Kommunikation an.
Die Beratungsstelle Barrierefreiheit wird vom Bayerischen Sozialministerium mit Geld unterstützt.
In der Beratungsstelle Barrierefreiheit arbeitet die Bayerische Architektenkammer, die Stiftung Pfennigparade und die CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH zusammen.
Die CAB Caritas war verantwortlich für die Tagung.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
Für uns als CAB Caritas ist ganz klar:
Kommunikation ist wichtig für die selbstbestimmte Teilhabe.
Weil ohne Kommunikation kann man nicht selbstbestimmt teilhaben.
Es gibt aber immer wieder Probleme bei der Kommunikation.
Zum Beispiel:
Viele digitale Angebote sind für Menschen mit Lernschwierigkeit und Menschen mit Kommunikationseinschränkung nicht zugänglich.
Daher gibt es jetzt ein neues Gesetz:
Das Barriere-Freiheits-Stärkungs-Gesetz.
Das Gesetz verpflichtet Unternehmen und Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten.
Das bedeutet: Die Unternehmen und Firmen müssen schauen, dass zum Beispiel ihre Internetseiten für alle zugänglich sind.
Aber reichen die Vorgaben in dem Gesetz aus, damit die digitale Welt wirklich für alle barrierefrei ist?
Fest steht:
Was für Menschen mit Lernschwierigkeit und Menschen mit Kommunikationseinschränkung wichtig ist,
wird bei der digitalen Barrierefreiheit noch wenig berücksichtigt.
Bei der Tagung war es uns deshalb besonders wichtig,
Menschen mit Lernschwierigkeit und Menschen mit Kommunikationseinschränkung selber zu Wort kommen zu lassen.
Mit diesen Personen wollten wir bei der Tagung darüber sprechen:
Wie können die Fachthemen Leichte Sprache und Unterstützte Kommunikation besser bei der digitalen Barrierefreiheit berücksichtigt werden?
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Unsere Tagung wurde von verschiedenen Menschen unterstützt,
das hat uns sehr gefreut!
Zum Beispiel von Staatsministerin Ulrike Scharf.
Staatsministerin bedeutet, dass Ulrike Scharf die Chefin vom Bayerischen Sozial-Ministerium ist.
Also vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und
Soziales.
Sie hat die Tagung mit einer Video-Botschaft an alle Teilnehmenden eröffnet.
Dann ging das Programm los.
Den Einstieg ins Thema haben verschiedene Sprecherinnen und Sprecher gemacht.
Wir fassen für euch ganz kurz zusammen, wer dabei war und was sie gesagt haben.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
Als Erstes haben wir mit Holger Kiesel gesprochen.
Er arbeitet für die Bayerische Staatsregierung.
Er setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein.
Holger Kiesel ist Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.
Er hat gesagt:
Barrierefreiheit ist eine große Chance.
Neue Technik, also digitale Möglichkeiten,
sind auch eine große Chance.
Wenn Technik gut gemacht ist,
dann können Barrieren verschwinden.
Dann können Menschen zeigen,
was sie denken und fühlen.
Das war der Beitrag von Holger Kiesel.
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Dann hat Lilith Fendt gesprochen.
Sie benutzt Unterstützte Kommunikation.
Das heißt: Sie kann nicht mit der Stimme sprechen,
aber sie nutzt Hilfsmittel, um sich mitzuteilen.
Sie hat erzählt: Ihr digitaler Alltag ist oft schwer.
Zum Beispiel:
Wenn sie Sachen im Internet machen will,
dann gibt es oft Schwierigkeiten.
Viele Internetseiten sind nicht gut gemacht.
Sie sind nicht so gemacht, dass Menschen mit Behinderung
sie nutzen können.
Das findet sie frustrierend.
Das war der Beitrag von Lilith Fendt.
Lilith Fendt (Sprachnachricht)
Bei manchen Online Zeitungen kann ich mir die Artikel vorlesen lassen.
Die Computerstimme ist aber fürchterlich monoton.
Es ist schwierig ihr lange zuzuhören.
Ich fange dann an zu träumen.
Eine Vorlesefunktion, die auf jeder Internetseite gut funktioniert, wäre super.
Ein Kompetenzzentrum für Unterstützte Kommunikation, wie es in Erlagen vom Bezirk Unterfranken unterstützt wird, müsste es überall geben in Bayern.
Oder sogar überall in Deutschland.
Ich wünsche mir, dass sich die Menschen im wirklichen Leben begegnen können.
Dass sie miteinander reden und Verständnis für einander haben.
Leistung darf nicht das Wichtigste sein.
Alle Menschen sind gleich viel Wert.
Wir Menschen mit Behinderung müssen endlich in der Gesellschaft ankommen.
Dann werden wir auch nicht mehr übersehen.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
Auch Maria Hütter-Songailo war dabei.
Sie prüft Texte in Leichter Sprache und hält Vorträge zur Leichten Sprache.
Sie arbeitet bei der CAB Caritas.
Maria hat erzählt: Sie hat Lernschwierigkeiten und eine Sehbehinderung.
Sie hat erklärt, was bei Internet-Seiten für sie wichtig ist.
Sie hat gesagt:
Eine gute Vorlese-Funktion ist wichtig
Die Internet-Seite muss einfach zu bedienen sein.
Und die Internet-Seite muss eine gute Struktur haben.
Was bedeutet das?
Das hat damit zu tun, wie die Seite aufgebaut ist.
Also zum Beispiel wo ich welche Sachen auf der Seite finde
und auch wie alles aussieht.
Das muss übersichtlich und einfach zu verstehen sein.
Das war der Beitrag von Maria-Hütter Songailo.
Maria Hütter-Songailo (Sprachnachricht)
Hallo, ich bin Maria Hütter-Songailo.
Die Barrierefreiheit der Tagung fand ich sehr gut.
Es gab Gebärdendolmetscher, Schriftdolmetscher, Simultandolmetscher, Verstehensassistenz für Leichte Sprache.
Die Simultandolmetschung und die Verstehensassistenz wurde für Menschen mit Lernschwierigkeit gemacht.
Das war die beste Tagung die ich erlebt habe.
So eine Tagung könnte es immer wieder geben.
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Dann hat Wolfgang Mörtl gesprochen.
Sprachnachricht Wolfgang:
Er arbeitet bei der Stiftung Pfennigparade und ist Tester für digitale Barrierefreiheit.
Es gibt Computer-Programme die digitale Barrierefreiheit testen.
Wolfgang Mörtel betont aber:
Es ist besser, wenn Menschen die Barriere-Freiheit testen.
Denn die Menschen müssen die Sachen dann ja auch nutzen können.
Das war der Beitrag von Wolfgang Mörtel.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
Zum Schluss hat noch Sonja Schumacher hat einen Beitrag gemacht.
Sie ist Expertin für digitale Barrierefreiheit und arbeitet bei der Firma TEAM23.
Sie hat gesagt:
Viele Firmen achten vor allem auf Gesetze.
Die Gesetze für Barriere-Freiheit im Internet sind auch wichtig.
Aber: Das wichtigste ist die Person, die eine Seite benutzt.
Man muss zuerst an die Nutzerinnen und Nutzer denken.
Nur dann kann ein gutes barrierefreies Angebot entstehen.
Das war der Beitrag von Sonja Schumacher.
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Am Ende war klar:
Wenn es um Teilhabe in der digitalen Welt geht,
dann müssen Menschen mit Behinderung mitreden.
Sie sind Expertinnen und Experten in eigener Sache.
Ihre Meinung und ihre Erfahrungen sind wichtig.
Nach der Mittagspause waren die Arbeits-Gruppen.
Es gab 6 verschiedene Arbeitsgruppen mit ganz verschiedenen Themen.
Wir wollen euch jetzt einen Überblick geben, welche Arbeitsgruppen es gab und was in den Arbeitsgruppen gemacht wurde.
Die erste Arbeitsgruppe hieß: KI und Leichte Sprache – wie kann das sozial verantwortlich gelingen?
KI ist die Abkürzung für: Künstliche Intelligenz.
KI sind Programme auf Computern oder im Internet.
Diese KI-Programme können manche Aufgaben für uns erledigen.
Oder uns bei Aufgaben unterstützen.
Zum Beispiel Texte in Leichter Sprache schreiben.
In der Arbeitsgruppe wurde darüber gesprochen:
Wie KI-Programme uns beim Übersetzen von Texten in LS unterstützen können.
Und wie man dafür sorgen kann, dass die KI und Menschen nicht ersetzt.
Die Arbeitsgruppe wurde von Fabian Schlausch von KLAO und Hannah Dinand und Maria Hütter-Songailo von der CAB Caritas geleitet.
Die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe konnten mitreden und sich austauschen.
Sie haben zum Beispiel darüber geredet:
- wie viel Verantwortung Technik haben darf.
- Und wie wichtig es ist, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten weiter als Prüferinnen und Prüfer für Leichte Sprache arbeiten.
Das war die 1. Arbeitsgruppe.
Siegfried Meier (Sprachnachricht)
Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Teilnahme an dem Workshop „KI und Leichte Sprache“.
In diesem Workshop wurden die Teilnehmer gefragt.
Was wird die KI in Zukunft übernehmen?
Braucht es überhaupt an dieser Stelle noch Menschen?
Wird es zukünftig noch Übersetzer für Leichte Sprache geben?
Oder nicht?
Hier gab es sehr unterschiedliche Sichtweisen.
Die Übersetzer haben natürlich die Hoffnung, dass sie auch weiterhin gebraucht werden.
Andere Teilnehmer waren davon überzeugt, dass die KI diese Aufgabe zukünftig komplett übernehmen wird.
Man merkte große Unsicherheit bei den Teilnehmern.
Viele wollen, dass alles einfacher wird.
Aber der Mensch soll weiterhin im Mittelpunkt stehen.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
In der zweiten Arbeitsgruppe ging es um Unterstützte Kommunikation und Assistenztechnologie.
Manche Menschen haben Schwierigkeiten mit der Kommunikation.
Zum Beispiel: Weil sie Sprache nicht verstehen.
Oder weil sie nicht sprechen können.
Kommunikations-Hilfen sind dann eine wichtige Unterstützung für die Menschen.
In dem Vortrag ging es vor allem um digitale Hilfsmittel.
Digital bedeutet:
Die Hilfsmittel sind elektronisch.
In Fachsprache heißen die digitalen Hilfsmittel auch:
Assistenz-Technologien.
Claudia Göppert von der CAB Caritas und Roland Salvamoser vom FFH haben die Gruppe zusammen mit Peter Heim geleitet.
Peter Heim nutzt selbst Unterstützte Kommunikation.
Er hat gezeigt, wie er mit den Augen einen Computer steuert, um zu sprechen.
Er sagte auch: Ein elektrischer Rollstuhl mit Augensteuerung wäre toll – für mehr Selbstständigkeit.
In der Gruppe wurden viele Hilfsmittel gezeigt,
also Geräte, die beim Sprechen und Verstehen helfen.
Dabei ging es zum Beispiel um die Gestaltung von Arbeits-Plätzen.
Dafür gibt es tolle technische Möglichkeiten.
Zum Beispiel können manche Menschen wegen ihrer Behinderung keine Maus oder keine Tastatur bedienen.
Dafür gibt es dann andere Möglichkeiten, zum Beispiel dass man mit seinem Kopf steuern kann.
Claudia Sophia Göppert (Sprachnachricht)
Mein Name ist Claudia Sophia Göppert.
Ich arbeite in der Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation der CAB in Augsburg.
In einer meiner Beratungen begleite ich eine Frau, die für andere schwer verständlich spricht.
Zur Unterstützung, damit sie von ihrem Umfeld verstanden werden kann, hat sie jetzt einen Talker.
Ein Talker ist ein Tablet, welches für sie mit Hilfe von Symbolen sprechen kann.
Mit dem Talker kann sie aber nicht nur sprechen, sondern sie kann auch ihren Fernseher damit bedienen.
Sie kann so zum Beispiel auswählen, welches Programm sie sehen möchte, kann das aber auch ändern.
Auch die Lautstärke kann sie so verändern.
Während der Sendung kann sie sich aber auch darüber mit mir unterhalten.
Zum Beispiel kann sie auf Symbole tippen, die dann wiederrum ausgesprochen werden.
Durch die Möglichkeiten mit ihrem Talker ist sie sehr viel selbständiger in der Wohngruppe und kann sich auch mit allen anderen Personen unterhalten.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
Die Gruppe hat gezeigt:
Technik kann eine große Hilfe bei der Kommunikation sein.
Es gibt tolle Möglichkeiten.
Aber die Hilfen müssen auch zur Person passen.
Sonst funktioniert es nicht.
Und:
Es braucht Offenheit und Mut, um neue Wege zu gehen.
Das hat vor allem Peter Heim an seinem eigenen Beispiel gezeigt.
Das war die 2. Arbeitsgruppe.
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Die dritte Arbeitsgruppe hieß: Barrierebrecher – Wie können sich Menschen mit Behinderung auf Social Media präsentieren?
Social Media sind zum Beispiel Instagram oder Facebook.
Michael Stadler und Helmut Wieser vom DRW haben die Arbeitsgruppe geleitet.
Sie haben das inklusive Projekt „Barrierebrecher“ vorgestellt.
Die Barrierebrecher berichten auf Instagram, TikTok und YouTube über verschiedene Themen berichten.
Die Barrierebrecher machen zum Beispiel Videos mit Wünschen an die Gesellschaft oder Videos über persönliche Erfahrungen mit ihrer Behinderung.
Das Team schneidet die Videos, untertitelt sie und veröffentlicht sie jeden Donnerstag.
Die Arbeitsgruppe hat gezeigt:
Menschen mit Behinderung können selbst in der Öffentlichkeit stehen – und andere dadurch erreichen.
Besonders beeindruckend war:
Das erste Video der Barrierebrecher hatte über 3 Millionen Klicks.
Und fast nur positive Rückmeldungen.
Das war die 3. Arbeitsgruppe.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
In der vierten Arbeitsgruppe ging es um die Frage:
Wie gestalte ich barrierefreie digitale Inhalte?
Also: Was muss ich beachten, wenn ich Internetseiten oder Apps mache?
Die Arbeits-Gruppe war an Menschen gerichtet, die selber Internet-Seiten oder Apps machen oder mit ihnen arbeiten.
Tobias Roppelt von der Firma Gehirngerecht hat die Gruppe geleitet.
Er erklärte typische Fehler, die dazu führen, dass Internet-Seiten oder Apps nicht barrierefrei sind.
Ein typischer Fehler ist zum Beispiel:
Es gibt auf einer Internet-Seite keinen Alternativ-Text für Bilder.
Menschen mit Sehbehinderung brauchen Alternativ-Texte.
Ansonsten wissen sie nicht, was auf dem Bild zu sehen ist.
Ein Alternativ-Text beschreibt das Bild.
Weitere häufige Fehler sind:
Es gibt keine Untertitel bei Videos – das ist nicht barrierefrei für gehörlose Menschen oder die Seiten sind unübersichtlich und nur in schwieriger Sprache:
Das ist nicht barrierefrei für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Tobias Roppelt gab viele Tipps, wie digitale Barrierefreiheit besser geht.
Und er hat immer wieder gesagt:
Wenn Sachen im Internet barrierefrei sind,
dann ist das für alle Menschen gut.
Egal ob mit oder ohne Behinderung.
Barrierefreiheit ist also ein Gewinn für alle Menschen.
Das war die 4. Arbeitsgruppe.
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Die 5. Arbeitsgruppe hat eine wichtige Frage gestellt:
Warum brauchen wir digitale Barrierefreiheit überhaupt?
Markus Lemcke hat die Gruppe geleitet.
Er entwickelt selbst barrierefreie Internet-Seiten und Apps.
Er erklärte, wie Technik sein muss,
damit alle Menschen sie benutzen können –
auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigung.
Es wurde über typische Probleme gesprochen:
Zum Beispiel, wenn ein Menü zu klein ist oder Bilder keinen Alternativ-Text haben.
Auch in dieser Arbeitsgruppe wurde ganz deutlich:
Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Behinderung gut.
Sie hilft allen.
Das war die 5. Arbeitsgruppe.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
In der 6. Arbeitsgruppe ging es um die Frage:
Wie können Fachkräfte der Sozialen Arbeit digitale Teilhabe ermöglichen?
Fachkräfte der Sozialen Arbeit sind zum Beispiel:
Schul-Sozial-Arbeiterinnen oder Sozialdienste.
Geleitet wurde die Gruppe von Professor Martin Stummbaum
und drei Studierenden von der Technischen Hochschule Augsburg.
Die Teilnehmer haben sich überlegt:
Wie ist das mit der digitalen Welt und der Sozialen Arbeit?
Was ist gut? Was ist schlecht? Welche Chancen gibt es und welche Gefahren?
Das sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe:
Gut fanden die Teilnehmer:
Junge Fachkräfte kennen sich gut mit Technik aus.
Zum Beispiel mit Handy-Apps oder anderen technischen Angeboten.
Schwierig fanden die Teilnehmer:
Manche Fachkräfte wissen nicht genug über Barrierefreiheit.
er es fehlen klare Zuständigkeiten.
Zum Beispiel: Wer ist dafür zuständig, mit mir mein neues Handy einzurichten?
Als Chance erkannten die Teilnehmenden:
Leichte Sprache im Internet oder neue digitale Angebote zur Unterstützung im Alltag.
Eines war der Arbeitsgruppe aber klar: Nur Technik reicht nicht.
Es braucht auch persönliche Kontakte und einfache Hilfen vor Ort.
Das war die 6. Arbeitsgruppe.
Lisa Schiedermaier (mit Musikuntermalung)
Zum Abschluss von der Tagung haben sich nochmal alle gemeinsam getroffen.
Auf der Bühne wurden die großen Fragen der Tagung diskutiert:
Wie kann barrierefreie Kommunikation in der digitalen Welt gelingen?
Wie ist dadurch digitale Teilhabe für alle möglich?
Lilith Fendt berichtete aus ihrem Leben.
Die jetzige Technik ist für sie sehr mühsam.
Oft kann sie den Computer nicht alleine einschalten.
Das ist eine große Hürde.
Sie sagte:
„Mein Tod wäre es, wenn ich meine Assistenz verlieren würde.“
Denn ohne Assistenz wäre die Teilhabe für sie noch schwieriger.
Lilith Fendt wünscht sich einen Talker, den sie mit ihren Gedanken oder mit dem Schnalzen ihrer Zunge steuern kann.
So etwas gibt es bisher leider noch nicht.
Hilfreich wären auch mehr Beratungsstellen und mehr echte Begegnungen.
Ina Jacobs (mit Musikuntermalung)
Maria Hütter Songailo ergänzte:
„Ich bekomme E-Mails, die ich nicht verstehe. Ich wünsche mir mehr Apps, die mir helfen. Ich hoffe, dass sich durch die Tagung etwas verändert.“
Brita Lange, Leitung des Referats „Bayern barrierefrei“ vom Bayerischen Sozialministerium sagte:
Mittlerweile ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema in allen Bereichen der Politik.
Solche Veranstaltungen wie die Tagung sind wichtig.
Es braucht weiterhin Einsatz und Bemühungen für die Barrierefreiheit.
Sonja Schumacher von TEAM23 erklärte:
Es gibt viele Gesetze zur Barrierefreiheit, aber es gibt keine klaren Regeln für die Umsetzung.
Und Betroffene werden zu wenig einbezogen.
Sonja Schoenberner von der CAB Caritas sagte:
„Es reicht nicht, nur WLAN bereitzustellen.“
Es geht darum, dass Menschen wirklich am digitalen Leben teilhaben können.
Wichtig ist auch, dass Mitarbeitende Schulungen bekommen.
Sie müssen lernen:
So kann ich meine Klienten bei digitalen Fragen unterstützen.
Irina Kuster (Sprachnachricht)
Ein Zusammentreffen aus vielen bunten Menschen und Geschichten.
Aus Erlebnissen, aus beruflicher Sicht der Eingliederungshilfe aber auch aus persönlichen Erfahrungswerten.
Das war der Fachtag.
Es war ein sehr umfangreiches Bild, dass man bekommen konnte.
Die Gelegenheit hat man nicht oft, dass viele unterschiedliche Akteure und Akteurinnen zusammenkommen.
Ich glaube, dass tatsächlich auch die die digitale Teilhabe ein wichtiger Part ist in der zukünftigen Ausrichtung des Sozialbereichs.
Das verbindet die Menschen miteinander.
Das hat dieser Tag einfach ganz intensiv gezeigt.
Das auch alle Personen, die irgendwie in Verbindung mit Menschen mit Behinderung stehen und alle technische Hilfsmittel, dass es die eben braucht, damit Teilhabe funktionieren kann.
Lisa Schiedermaier und Ina Jacobs (Intro-Zitat mit Musikuntermalung)
Was nehmen wir mit?
Was sind die zentralen Ergebnisse?
Ich glaube, dass bei der Tagung ganz klar wurde, dass barrierefreie digitale Kommunikation ist keine reine Technik-Sache ist.
Es geht auch um Gesetze.
Oder auch um Wissen.
Es geht darum, dass Menschen sich beteiligen können.
Und es geht darum, dass die Menschen erst einmal gesehen werden.
Nur so können wir erkennen, welche Barrieren es noch gibt.
Es gibt noch viele Hindernisse.
Aber auch viele gute Ideen und Projekte.
Die Tagung hat Mut gemacht.
Und sie hat gezeigt:
Wir müssen weiter im Gespräch bleiben.
Und gemeinsam an einer inklusiven digitalen Zukunft arbeiten.
Zum Abschluss der Tagung sagte Lilith Fendt mit ihrem Talker:
„Wir Menschen mit Behinderung müssen endlich in der Gesellschaft ankommen. Dann werden wir auch nicht mehr übersehen.“
Das war unser Bericht über die Tagung mit dem Motto „Jetzt macht es Klick“.
Wir hoffen es hat euch gefallen.
Danke fürs Zuhören.
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