18.06.2024

Vier Fragen an Markus Donhauser

Planen und Bauen

Die Beratungsstelle Beratungsfreiheit setzt sich dafür ein, Bayern Schritt für Schritt barrierefreier zu machen. Dies umfasst physische Barrieren, etwa in der Architektur, aber auch digitale oder sprachliche Barrieren.

Wir wollen in einer losen Serie die Köpfe und Macherinnen sowie Macher porträtieren, die sich tagein tagaus für ein barrierefreies Bayern einsetzen.

Heute stellen wir Ihnen Markus Donhauser vor.

Markus Donhauser ist Architekt und Mitinhaber von Dopo Architekten, mit Standorten in Regensburg und Freiburg. Seit November 2011 bringt er sein umfangreiches Wissen als freier Berater bei der Beratungsstelle Barrierefreiheit ein und wurde im Dezember 2019 zum ersten Sprecher des Beraterkreises gewählt. Als aktives Mitglied im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) engagiert er sich intensiv im Ausschuss für barrierefreies Bauen. Darüber hinaus teilt er seine Expertise als Autor, Referent und Dozent, unter anderem an der Bayerischen Verwaltungsschule und bei Eipos Dresden, und widmet sich verschiedenen Facetten der Barrierefreiheit. Donhauser steht für nachhaltige Architektur, die Inklusion und Zugänglichkeit für alle fördert.

Foto: Tanja Elm

Frage 1: Gab es einen speziellen Auslöser oder ein Erlebnis, das Ihr Interesse am Thema Architektur geweckt hat?

Nach meinem Realschulabschluss war ich hinsichtlich meiner Berufswahl ziemlich ratlos. Ich bewarb mich auf so ziemlich alle Lehrstellen, die in der örtlichen Presse ausgeschrieben waren – vom Sozialversicherungsfachangestellten bis zum Druckvorlagenhersteller. Die erste Zusage war ein Ausbildungsplatz zum Bauzeichner -  ich habe den Ausbildungsvertrag unterschrieben. Und ganz schnell gemerkt, dass mir mein gewählter Weg großen Spaß macht. Ich wollte Architekt werden, die Berufsoberschule und das Studium an der FH in Regensburg waren damit zielgerichtete Schritte in meine berufliche Zukunft.

Frage 2: Und wie kamen Sie zu Ihrem Schwerpunktthema „Wohnformen für ältere Menschen“?

Ende der 90er Jahre durfte ich mich als angestellter Architekt mit dem Thema „Betreutes Wohnen“ beschäftigen. Das war damals eine relativ neue Wohnform und es gab keine verbindlichen Standards. Zusammen mit einem engagierten Bauherrn haben wir uns gemeinsam Qualitätsmerkmale erarbeitet – auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit.

Frage 3: Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?

Im Jahr 2020 durften wir ein Wohngebäude für den Verein zweitesLEBEN e. V. Regensburg planen und realisieren. Die Bewohner sind Menschen mit erworbener Hirnschädigung, die auf barrierefreien Wohnraum angewiesen sind.

Der Bauherr ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen nach einem Schicksalsschlag (Unfall, Schlaganfall, etc.) bei dem Weg zurück ins Leben zu helfen. Die direkte und intensive Begegnung mit den späteren Bewohnern und den unglaublich engagierten Vereinsmitgliedern machten den Entwurfs- und Bauprozess zu etwas sehr Besonderem. Eine Bewohnerin schrieb nach dem Einzug:

„Nach und nach…stieg ein Glücksgefühl in mir hoch. Frei! Frei! Endlich raus aus dem Pflegeheim! Zurück ins Leben!“ Gute, passgenaue Architektur kann so viel!

Frage 4: Wenn Sie in Bezug auf barrierefreies Leben einen Wunsch frei hätten, wie würde dieser lauten?

Neu gebaute Architektur müsste grundsätzlich barrierefrei sein – nur so ist die demografiefest und damit wahrhaft nachhaltig. 

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